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Das Bürogebäude und Hauptsitz der mhplus Krankenkasse in Ludwigsburg mit Flaggen und Bäumen davor

Gesundheitspolitik Weiterhin steigende Ausgaben: Politik muss gegensteuern

Wegen unerwartet hoher Leistungsausgaben müssen viele Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag erneut anpassen – auch die mhplus

Das Gesundheitswesen wird immer teurer. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen ungebremst an, besonders für Arzneimittel und Krankenhausbehandlungen. Dieser Trend hat sich in den letzten Monaten nochmal verstärkt.

Die Krankenkassen stehen unter erheblichem finanziellen Druck: Allein für das Jahr 2024 verzeichnen die Krankenkassen ein Minus von 6,2 Milliarden Euro. Die Leistungsausgaben liegen damit weit über den ursprünglichen Prognosen, was die ohnehin angespannte Finanzlage zusätzlich belastet. Besonders deutlich wird das im Bereich der der Krankenhausbehandlungen mit einem Ausgabenanstieg von 8,7 Prozent. Noch stärker trifft es den Bereich Arzneimittel, hier liegen die Ausgaben sogar 9,9 Prozent höher als im Vorjahr. Zusammen machen diese beiden Bereiche fast die Hälfte der gesamten Ausgaben der GKV aus.

Erhöhung ist notwendig

Das Problem: Die Einnahmen der Krankenkassen reichen schon länger nicht mehr, um die steigenden Kosten zu decken. Rücklagen, die früher zum Ausgleich von solchen unerwarteten Mehrausgaben eingesetzt werden konnten, sind weitgehend aufgebraucht. Denn die Kassen mussten aufgrund politischer Vorgaben ihre Reserven in den letzten Jahren auf einen Bruchteil einer Monatsausgabe reduzieren.

Der Großteil der gesetzlichen Krankenkassen hat deshalb den Zusatzbeitrag zum Jahresbeginn erhöht. Die mhplus passt ihren Zusatzbeitrag zum 1. April 2025 auf 3,29 Prozent an. „Wir haben alles darangesetzt, mit den Mitteln so lange wie möglich gut auszukommen und erst dann zu erhöhen, wenn es wirklich notwendig ist“, betont Heiko Kastner, Vorstand der mhplus. „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht. Die Erhöhung ist aber notwendig, um die steigenden Kosten aufzufangen. Unsere Versicherten können weiterhin auf die umfangreichen Leistungen und Services ihrer mhplus zählen.“

Lösung durch strukturelle Reformen

Experten erwarten spätestens 2026 weiter steigende Ausgaben für die GKV. Eine nachhaltige Lösung kann nur durch strukturelle Reformen gelingen. Die blieb die Politik bisher schuldig – stattdessen werden die Beitragszahlenden weiterhin für eigentlich staatliche Aufgaben zur Kasse gebeten. Würde der Bund z. B. die Krankenversicherungsbeiträge für Bürgergeldbeziehende ausreichend finanzieren, hätte die GKV allein im letzten Jahr rund neun Milliarden Euro mehr zur Verfügung gehabt – das entspricht etwa 0,5 Beitragssatzpunkten.

Eine deutliche Entlastung würde auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf 7 Prozent bringen. Ohne ein entschiedenes Gegensteuern der Politik wird die Lücke zwischen den Einnahmen und Ausgaben der GKV weiter wachsen – und Versicherte und Arbeitgeber zunehmend belasten.

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